Verliebtsein, Sinnlichkeit der Liebe, Blütezeit & Partnerschaft bei hochsensiblen Hochbegabten


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Verliebtsein,
Sinnlichkeit
in der Liebe,
Blütezeit
und
Partnerschaft
bei hochsensiblen Hochbegabten

 
 
 
 

„Sehe ich die Sterne nur, wenn meine Augen geöffnet sind,

oder sehe ich die Sterne auch, wenn meine Augen geschlossen sind?“

 
 
 

cigdem guel_

Von Çiğdem Gül

01. August 2019

 
 
 
 
 
 

Bild/ Picture thanks to © Oscar Picazo (Las Vegas/USA)

 
 
 

Wer sowohl der sinnlich-inspirierende und ewig fühlende geheimnisvolle Schöngeist-Hochsensible ist, als auch der hochintelligente, ewig fragende, hinterfragende, kindlich-verspielte Weltgeist-Hochbegabte, der ist wirklich ein Milliardär von Begeisterungsfähigkeit. Es ist spannend und mitreißend, ihm zuzuschauen und die magischen Klänge zu hören, die er beim Orchester der Vielseitigkeit, Tiefe und Intensität dirigiert. Was für ein Komplexitätskunstwerk!

Herzlich willkommen in der Welt der hochsensiblen Hochbegabten!

Hochsensible Hochbegabte sind sowohl auf der geistigen Ebene als auch auf der Gefühlsebene wie ein Koenigsegg Agera RS (mit seinen 447 km/h eines der schnellsten Straßenfahrzeuge der Welt) unterwegs. Permanent. Geist und Herz brauchen ständig Input. „Tief, komplex und schnell denken“ und „intensiv, komplex und schnell auf der Gefühlsebene unterwegs sein“ bedeutet, dass sie in einer anderen Kategorie achtsamer sind als andere. Sie fühlen und nehmen ihr Gegenüber viel differenzierter wahr als die anderen. Hochsensible Höchstbegabte sind um ein Vielfaches schneller, komplexer und differenzierter als die hochsensiblen Hochbegabten.

 
 

Teil 1: Wie entsteht Liebe zu einem Unbekannten?

 

Es ist ein ästhetischer Moment, bei dem das Lächeln, das Herz und die Schmetterlinge im Bauch die Hauptrolle spielen, die sich lange danach gesehnt haben, von einem besonderen DU mit anklopfenden Blicken, Gesten, Worten oder durch Schweigen entdeckt zu werden. In der unerschöpflichen Schönheit des Seins ist der Wunsch ist groß nach einem gemeinsamen geistigen und emotionalen Zuhause. Ja, unser Herzschlag sucht und findet den ersten Moment mit jemandem, der uns voll und ganz bejaht und annimmt.

Auf der Landkarte des Lebens ist jeder Mensch eine Insel. Wenn eine Insel unsere Seele und Herz tief berührt, dann ist es um uns geschehen. „Wie genau Verlieben funktioniert, ist nicht ganz klar“, sagte Eric Hegmann, [1] Paarberater, Single- und Parship-Coach aus Hamburg bei einem externen Interview. „Was zum Verlieben aber dazugehört, sind Muster in unserem Hirn.“ Und die sind bei jedem Menschen anders, so der Experte. „Diese Muster sorgen dafür, dass uns bestimmte Dinge ansprechen. Und diese Dinge führen wiederum dazu, dass wir uns vertraut, angenommen und geborgen fühlen.“ Der Buchautor Dr. Seuss ergänzt es mit den Worten: „Du weißt, dass Du verliebt bist, wenn Du nicht einschlafen kannst, weil die Realität letztendlich besser ist, als deine Träume.“

 
 

„Sende bir şey var… Bana derin

derin nefes aldıran bir şey.“[2]

„Du hast etwas an Dir, das mich im Herzen zutiefst berührt und mich seufzen lässt.“

 
 

Wenn man sich verliebt, dann öffnet man sich dem Anderen. Dabei ist der dialogische Teil in einem selbst der schönere Dialog. Sich zu verlieben ist keine Frage des Intellekts, sondern des Gefühls, das uns trifft. Gefühle sind ein Teil von uns. Sie sind etwas sehr Wertvolles. Sie können uns zu uns selbst führen. Gefühle können uns jedoch auch in die Irre leiten, vor allem wenn unsere inneren Beziehungsverstrickungen noch nicht gelöst, und unsere Lebensthemen noch nicht verarbeitet worden sind. Bei Hochbegabten und bei hochsensiblen Hochbegabten ist die hohe Intelligenz des besonderen DUs jedoch ein sehr großer Anziehungsfaktor. Uns ist oftmals nicht bewusst, dass wir mit unserem Gegenüber bereits energetisch verbunden sind, bevor wir ihn überhaupt kennenlernen. Unsere Begegnung mit dem besonderen DU hat also eine gemeinsame energetische Signatur. Darin ist der Angebetete eine Quelle für uns, an dem wir angebunden sind. Wir bleiben fasziniert. Und wenn es funkt, dann stellen wir fest, dass wir miteinander auch lebensinhaltlich verbunden sind. Der Dichter, Schriftsteller und Journalist Mario Benedetti aus Uruguay schrieb: „Wenn Ihr verliebt seid, so erklärt euch niemanden. Ohne in Details einzugehen, lasst die Liebe euch von allen Seiten umarmen.“

Der Wind flüstert mir zu, dass es auch das Verliebtsein gibt, das aus Begeisterung und Bewunderung erwächst, aus der Lust, vom anderen zu lernen, ihm seine Ehrerbietung zu zeigen. Wie der französische Schriftsteller Marie-Henri Beyle alias Stendhal Ende des 17. Jahrhunderts es ausdrückte: „Der Monarch verliebt sich in die Prinzessinnen, der Revolutionär in die Rebellinnen.“

Und dann gibt es die Liebe, bei der es nicht einmal ein persönliches Kennenlernen bedarf, weil man die Seele des Anderen liebt, auch ohne ihn jemals real gesehen und mit ihm geflirtet zu haben. Es ist die still gelebte intensive Verbundenheit zu jemand, in dem man sich mit feinen, zarten Zwischentönen feinfühlig verlieben kann. Oder die Seelenliebe zwischen zwei Personen, die durch Seelenverbindung und Seelenpartnerschaft von beiden Seiten ausgeht. Darin ist der Gedanken-Dialog wichtiger als der reale Dialog. Wahre Liebende, auch Seelen-Liebende, die das Aufblühen ihres besonderen DUs wahrnehmen, jedoch mit ihm in diesem Leben nicht zusammenkommen können, umarmen sich aus der Ferne ein Leben lang.

Es gibt Menschen, die das Verliebtsein glatt überspringen, und bereits bei der ersten realen oder virtuellen Begegnung ihrem Gegenüber sehr tiefe Liebe empfinden können. Wie einst der dänische Philosoph Søren Aabye Kierkegaard schrieb: „Ihn zum ersten Mal zu sehen und zu lieben war dasselbe.“  Berührung ist die Voraussetzung für die Entstehung von Verbundenheit. Berührung findet nicht nur über den Körperkontakt statt, sondern auch über das gesprochene und geschriebene Wort, über den natürlichen Duft des Anderen, über Blicke und vor allem in der Seele. Folge den Spuren der Liebe, um vor allem dich selbst kennenzulernen.

Verliebtsein und Liebe entstehen durch Achtsamkeit. Achtsamkeit ist das höchste Kompliment. Wir haben jedoch kein Anrecht darauf, dass uns der besondere DU erkennt. Nach Antoine de Saint-Exupéry sieht man nur mit dem Herzen gut. Was nur, wenn jemand kein Herz hat? Oder wenn man ein zu großes Herz hat? Was ist, wenn man mit dem Herzen nicht nur gut, sondern auch sehr scharf sieht? Was nur, wenn das sensible und vernarbte Herz in den Händen des DUs zittert? Oder wenn man sehr liebesfähig ist und viele kleine Herzchen zu vergeben hat?

 
 

„Deine Ästhetik – zart in mir gebunden – gehört zu Deinen Geschichten.“

 
 

Wir, die hochsensiblen Hochbegabten, lieben die Blüten der Sonne[3] und die Ästhetik in der Kunst, Kultur und Literatur.

Mein Name ist Çiğdem Gül. Ich bin turkmenische Nomadin mit türkischer Herkunft, persischen Wurzeln und deutscher Staatsangehörigkeit. Die Sprache der Liebe ist die Muttersprache des Orients. Für mich ist das Verliebtsein von der Schönheit eines Gedichts, das mit den kostbarsten Tinten auf Brokat- und Seidengewebe kalligraphiert wurde und nach paradiesisch zartem Parfum duftet. Mein Beruf ist Schenken. Daher liegt unweit von mir, dass im Iran die Menschen ihre poetische persische Sprache lieben und schenken. „So wie bei uns in der Türkei Kaffee und Lokum als Zeichen der Gastfreundschaft serviert werden, so werden in Iran Gedichte serviert. Jeder bewirtet den anderen mit einem Gedichtband“, schrieb der renommierte türkisch-französische Schriftsteller Nedim Gürsel[4] in der deutschen Ausgabe der „Lettre International“ in seinem Artikel „Wein, Rose, Nachtigall“. Wir alle tragen ein Universum in uns. „Poesie ist die Kunst, das Universum in uns zu finden. Die Poesie nimmt den Menschen aus sich heraus und nimmt ihn gleichzeitig zurück in sein wahres Dasein, zu sich selbst. Die Poesie ist das Tor zum Universum,“, schrieb Forough Farrochsad (auch genannt: Furuğ Ferruhzad), die bedeutendste Lyrikerin Irans. Sehr gerne möchte ich bei meinen vorliegenden Zeilen wunderschöne Gedichte, Zitate und blütenreiche Momente servieren. „Meine Poesie wurde zwischen den Hügeln und dem Fluss geboren, nahm ihre Stimme vom Regen und ist wie Holz in den Wäldern gewachsen“, dichtete der chilenische Literatur-Nobelpreisträger Pablo Neruda[5], einer der größten Dichter in Lateinamerika. Warum ich das erwähne? Die Antwort gibt uns der französische Schriftsteller und Philosoph Georges Bataille: Die „Abwesenheit von Dichtung ist Abwesenheit von Glück“ und die Antwort gibt uns auch Pablo Neruda selbst: „Gedichte gehören nicht ihrem Dichter, sondern denen, die es brauchen.“ 

 

Verliebtsein, Blütezeit, Sinnlichkeit in der Liebe und Partnerschaft sind bei Hochbegabten und Hochsensiblen ein großes Thema. Ich möchte aus Platzgründen jedoch die Gruppe der Hochbegabten genauer betrachten, die zugleich hochsensibel ist. Das Thema meines Beitrags möchte ich weitgehend von meiner Perspektive, von meinem Wissen, Erfahrungen und Beobachtungen in der Hochbegabten-, Hochsensiblen- und Hochsensibel-Hochbegabten-Welt beschreiben. Die sexuelle Orientierung und die  interkulturelle Komponente beim Verlieben, Liebe und Partnerschaft lasse ich aus Platzgründen weitgehend heraus.

Ich möchte mit dem kollektiven Vorurteil aufräumen, dass Hochbegabte fast nur verkopfte oder autistische Inselbegabte ohne Empathie und ohne soziale Kompatibilität seien. Ja, es gibt diese Fälle. Und bei Mensa in Deutschland e. V. wird man bei den Stammtischtreffen oftmals auch auf solche Hochbegabte treffen. Es gibt aber auch die feinfühligen und kreativen Multitalent-Hochbegabte, die sogenannte vielbegabte Scanner-Persönlichkeiten, die in der Gesellschaft und in Medien kaum Beachtung finden.

Im Folgenden bezeichne ich zur besseren Lesbarkeit für hochsensible Hochbegabte das grammatische Maskulinum.

 
 
 
Model Osmani Leon

Bild/ Picture thanks to © Oscar Picazo / Model Osmani Leon (Las Vegas/USA)

 

„Kendi yüreğine yaslan.“[6]

„Lehne Dich an Dein eigenes Herz an.“

 
 
 
Teil 2: Im Internet kennengelernt. Verliebt in eine Illusion?
 

Müssen sich zwei Menschen schon real gesehen haben und persönlich begegnet sein, damit Verliebtheit oder Liebe entstehen kann? Oder kann man sich im Internet auch verlieben, wenn man seinen DU noch nie real begegnet ist, und nicht einmal seine Stimme kennt?

JA! Es ist tatsächlich möglich, dass man sich in seinem DU verlieben kann, ohne seine Stimme und Duft zu kennen, ohne ihn real begegnet zu sein und ohne mit ihm geflirtet zu haben. In unserer globalisierten und digitalisierten Welt ist Online-Verliebtheit keine Seltenheit. „Wenn man z. B. nur eine Mail bekommt oder auch nur ein Bild sieht und dazu zwei Wörter liest – all dies kann Erinnerungen in uns wecken, die uns ansprechen.“ Und schon das reicht, so Hegmann,[7] dass in unserem Gehirn das Gefühl von Verliebtsein und Liebe entsteht.

Bin ich mit meinem inneren Prozess, die mit Dir zusammenhängt, in Resonanz? Wenn ich in Dich verliebt bin, löst Du in mir etwas aus. In Wahrheit geschieht in mir etwas. Und mit dem bin ich in Resonanz. Wir verlieben uns eigentlich nie in eine andere Person, sondern in unser inneres Abbild dieser Person. Der besondere DU spiegelt uns selbst wider, er spiegelt unsere eigenen Anteile. Wir verlieben uns in das, was uns fehlt und wonach wir uns sehnen. Es läuft in uns ab, was wir im Außen wahrnehmen. Wir füllen unser inneres Abbild in den Körper (Hülle / Internetbild) eines potentiellen Partners, der uns gefällt. Wir verlieben uns in einem Menschen, von dem wir glauben, dass er unsere Bedürfnisse befriedigen und Defizite ausgleichen kann. Ja, indem wir diesen besonderen DU begegnet sind, begegnen wir uns selbst und spüren, wie sehr wir diesen Menschen lieben, weil er uns unsere Selbstliebe und positiven wie ersehnten Anteile spüren lässt.

Hochsensible Hochbegabte haben ein sehr reiches Innenleben, eine besonders intensive Gefühlswelt und ein sehr hohes Einfühlungsvermögen. Sie spüren jede kleinste Schwingung und Energie des Anderen. Auch seine atemberaubende Präsenz über, unter, zwischen den getippten Zeilen auf der Tastatur am anderen Ende der Leitung. So können sie den besonderen DU aus der Ferne tief bis in seinem Herzen, in seine Seele, in seine Freude und in seinem Schmerz hinein fühlen. Da spielt es keine Rolle, ob, und wenn ja, wie der besondere DU sich in der virtuellen Welt maskiert oder gefälscht zeigt. Hochsensible Hochbegabte spüren den besonderen Du nicht als tröstendes Phantasiebild, sondern als potentiellen Partner. Sie können mit ihrer feinfühligen und emotionalen Seite ihrem DU schnell sehr nahe kommen, sich heftiger verlieben als Durchschnitts-Sensible, dabei starke Liebesgefühle entwickeln und diese intensiv zum Ausdruck bringen. Hochsensible Hochbegabte empfinden eine sehr intensive Liebe. Mit der Tendenz, über alles gründlicher nachzudenken und auf Feinheiten zu achten, bemerken sie deutlicher innere und äußere Qualitäten des Anderen. So wird ihnen schnell bewusst, wenn sie „den Richtigen“ gefunden haben.

Bei hochsensiblen Hochbegabten steht der Phantasie-Reichtum nicht für Realitätsferne, sondern dient als idealer Schlüssel, um uns Zugang zur Sternenkarte in unserem Innern zu verschaffen. Ihre hochbegabte Seite ermöglicht ihnen wiederum mit dem besonderen DU sowohl auf einem sehr hohen Niveau spannend und intellektuell zu kommunizieren als auch auf der kindlichen Ebene verspielt und begeistert zu scherzen, zu lachen und den Moment zu genießen. Es sei denn; hochsensible Hochbegabte befinden sich in der Phase ihres äußeren und inneren Rückzugs. Der Rückzug ist bei allen hochsensiblen Hochbegabten in regelmäßigen Zeitabständen erforderlich, damit ihre intensive Gefühlswelt endlich in einer gemütlichen Hängematte chillen und sich erholen kann. Aber auch deswegen, weil Hochsensible und hochsensibel Hochbegabte alle Schwingungen und Inputs, die sie ohne Filter aufnehmen, für sich in Ruhe und gründlich verarbeiten können.

 
 
 
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Bild/ Picture thanks to © Oscar Picazo / Model Dewane (Las Vegas/USA)

 
 

Teil 3: Unterschiedliche Reihenfolge von Anziehungsphasen des Verliebens

– bei Frauen und Männern

– bei hochsensibel-hochbegabten Frauen und Männern

 
 

Nach John Gray,[8] dem US-Paartherapeuten und Autor des Bestsellers „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ läuft das Verlieben, die Liebe und die tiefe Bindung zwischen Mann und Frau in vier Phasen ab, die bei Männern und Frauen grundsätzlich identisch sind. Unterschiedlich ist die Reihenfolge der Phasen. Beispiel: Phase 1 und 3 erleben Männer und Frauen zum gleichen Zeitpunkt umgekehrt.

Reihenfolge: Verliebtsein bei Männern

1. körperliche Anziehung
2. emotionale Anziehung
3. geistige Anziehung
4. seelische Verbundenheit / Wunsch nach einer Beziehung

Reihenfolge: Verliebtsein bei Frauen

1. geistige Anziehung
2. emotionale Anziehung
3. körperliche Anziehung
4. seelische Verbundenheit / Wunsch nach einer Beziehung

 
 

Nach Çiğdem Gül,[9] also meiner eigenen Theorie in Anlehnung an John Grays Theorie, möchte ich zunächst festhalten, dass John Gray die Aufstellung und Reihenfolge der Phasen bei Frauen nur aus der männlichen Sicht darstellt und beschreibt. Außerdem hat Gray die oben genannte Aufstellung der Phasen bei Männern und Frauen nur für Normalos konzipiert. Die Aufstellung und Reihenfolge der Phasen sehen nach meiner Ansicht z. B. bei hochsensiblen Hochbegabten anders aus.

Ich möchte in meiner folgenden eigenen Theorie – in Anlehnung an John Grays Theorie – sowohl meine weibliche Sichtweise einbringen, als auch die Reihenfolge dieser Phasen um die Bedürfnisse der Hochsensibel-Hochbegabten erweitern. Meine folgende Theorie basiert auf mein Wissen, Beobachtungen, Erfahrungen und Praxis als Interkultureller Coach für Vielbegabte, Hochbegabte, Hochsensible und hochsensible Hochbegabte sowie meiner kleinen Umfrage mit der Zielgruppe.

Nach meiner Theorie läuft das Verlieben, die Liebe und die tiefe Bindung zwischen einem hochsensibel-hochbegabten Mann und einer hochsensibel-hochbegabten Frau in drei Phasen ab, die bei Männern und Frauen identisch sind. Fast identisch ist die Reihenfolge der Phasen. Beispiel: Hochsensibel-Hochbegabte-Männer und -Frauen erleben – je nach Grad ihrer Hochsensibilität und Hochbegabung – alle Phasen zum gleichen Zeitpunkt fast identisch. Nach meiner Theorie gilt bei Männern die folgende Reihenfolge der Phasen, wenn  er wirklich eine Beziehung zu einer bestimmten Frau wünscht. 

Reihenfolge: Verliebtsein bei hochsensibel-hochbegabten Männern

1. emotionale und geistige Anziehung
2. körperliche Anziehung
3. seelische Verbundenheit / Wunsch nach einer Beziehung

Reihenfolge: Verliebtsein bei hochsensibel-hochbegabten Frauen

1. emotionale und geistige Anziehung
2. körperliche Anziehung
3. seelische Verbundenheit / Wunsch nach einer Beziehung

 
 

Ich glaube nicht, dass die Phasen und ihre Reihenfolge des Verliebens, der Liebe und der tiefen Bindung zwischen Mann und Frau, so wie John Gray es behauptet, regelhaft immer in einer Form abläuft. Die Phasen haben nach meiner Meinung immer eine Variabilität und Summen von verschiedenen Optionen (wenn es gut geht), die in der eigenen Reihenfolge ablaufen.

Die Reihenfolge der Phasen ist bei Männern und Frauen auch von ihrem aktuellen Befinden abhängig. Bei der Reihenfolge der Phasen spielen bei Frauen der aktuelle hormonelle Status und der Zeitpunkt des Zyklus eine entscheidende Rolle, ob sie einen bestimmten Mann „riechen“ können, ihn sympathisch und attraktiv finden. 

Für einen hochbegabt-hochsensiblen Mann, der eine Frau für eine Beziehung sucht, sind die hohe Intelligenz und die intensive emotional-quirlige Seite bei der Frau das heißeste Kriterium und das besondere Sexy, wenn es um Dating und Beziehung geht. Er wünscht sich für seinen unerschöpflichen Wissensdurst beim Flirten und beim Gespräch insgeheim eine Frau auf hohem Niveau. Außerdem hat der hochbegabt-hochsensible Mann mit seiner hochbegabten Seite stets die Endlichkeit des Lebens vor Augen, sodass für ihn die Schönheit der Frau zwar in der Anfangszeit anziehend ist, aber er zugleich die Vergänglichkeit ihrer Schönheit stets vor Augen hat. Die äußere Schönheit der Frau ohne hohe Intelligenz ist auf Dauer sehr langweilig für ihn. Der Mann misst seine Kandidatin auch an der Art und Weise, wie sie spricht, an ihrer Wortwahl, Sprachniveau, poetische Seite, Humor, Interessenbreite- und -tiefe, ihrem besonderen Gedankenstil und ihrer Kreativität.

 
 

„Meine Augen bedecken Dich mit einem warmen Sommerregen von Blicken.“[10]

 
 

Jeder Mensch fühlt sich von bestimmten Persönlichkeiten und Temperamenten mehr angezogen als von anderen.

Der Mann entwickelt tiefe Gefühle zu einer Frau oft erst, wenn sie ABWESEND ist. Erst ihr Fehlen veranlasst ihn, zu beginnen, mehr über sie nachzudenken, sie zu vermissen, sie zu recherchieren und tiefe Gefühle zu entwickeln. 

Die Frau entwickelt tiefe Gefühle zu einem Mann oft erst, wenn er ANWESEND ist. Erst seine reale oder virtuelle Gegenwart veranlasst sie, zu beginnen, mehr über ihn nachzudenken, sich lebendig zu fühlen, sich zu freuen, ihn zu recherchieren, mit ihm zu flirten, zu reden, reden, reden, lachen, lachen, lachen… und tiefe Gefühle zu entwickeln.

 
 

Schauen wir uns nun die Phasen des Verliebens  – vor allem nach John Gray – genauer an:

 

Verliebtsein bei Männern

1. Körperliche Anziehung: In der ersten Phase geht es ausschließlich um Äußerlichkeiten und die körperliche Anziehung. Dabei ist der Charakter der Frau erst einmal nebensächlich. Das gilt auch für die virtuelle Begegnung. Der Mann reagiert primär auf visuelle Reize der Frau. Er findet sie attraktiv, spannend, faszinierend und fühlt sich zu ihr hingezogen. In dieser physischen Phase kann er problemlos eine (oder mehrere) Nacht mit der Frau verbringen, ohne irgendwelche Gefühle für sie zu haben.

2. Emotionale Anziehung: Wenn der Mann die Frau näher kennenlernt hat, erwachen ganz langsam seine Gefühle. Er spürt, wie wohl er sich in ihrer Gegenwart und Nähe fühlt. Zu dem rein körperlichen Interesse gesellt sich ein Gefühl der Zuneigung und Zärtlichkeit. Er will sie leicht berühren und tut es dezent und vermeintlich zufällig (so wie auch in der ersten Phase), er möchte auch möglichst Tag und Nacht bei ihr sein. Der Mann ist stets aufmerksam. Er sucht Blickkontakt, Gespräche, Nähe und gemeinsame Zeit mit ihr. In dieser Phase wird dem Mann bewusst, wie sehr sie ihm fehlt, wenn sie abwesend ist. Er ruft Sie nach dem ersten Date sofort an.

Der Mann ist von seiner Kindheit an darauf konditioniert, menschliche Bindungen durch gemeinsame Aktivitäten wie Unternehmungen, Sport, etc. herzustellen. So möchte er mit seiner Angebeteten möglichst viel unternehmen. Er fühlt sich inspiriert von seinem DU. In der Phase der emotionalen Anziehung redet der Mann entweder unglaublich viel oder er schweigt viel. Der Mann verspürt erstmals Eifersucht, wenn die seine Angebetete ihm von ihrem Kollegen oder ihren Freunden erzählt.

3. Geistige Anziehung: Nachdem sich die ersten Emotionen bei dem Mann eingestellt haben, beginnt er auch geistiges Interesse für die Frau zu entwickeln. Er hört ihr nicht nur aufmerksam zu, er fragt auch nach, geht auf die Frau ein oder versucht, sie in andere Gespräche einzubeziehen. Der Mann ist nicht nur von seinem Gefühl für Sie begeistert, sondern, beginnt sich für sie auch als Person zu interessieren. Der Mann hat das Gefühl „mehr über sie erfahren zu wollen“. Er ist daher ein Weltmeister darin, sie zu google-n, zu startpage-n, zu duckduckgo-en, zu qwant-en, zu facebook-en und im Hintergrund die Welt auf den Kopf zu stellen.

Er fühlt sich von ihrem Charakter angezogen, von der Art, wie sie denkt, von ihrer Weltanschauung, der Art wie sie mit ihren Mitmenschen umgeht, er interessiert sich für ihre Familie, für Ihren weiteren Lebensweg usw.. Sie bedeutet ihm viel. Nun ruft er sie – sei es auch mit einem Vorwand – öfter an, um ihre Stimme zu hören. Der Mann checkt ab, ob ihre Werte, Erwartungshaltung von einer Beziehung, Zukunftspläne und Träume genügend Parallelen und Gemeinsamkeiten mit seinem Leben und seinen Träumen aufweist.

Für den Mann stellen Gespräche mit einer Frau über seine Träume und Ziele besondere Momente dar, denn Sie rühren damit an seinem tiefsten Inneren. Jeder Mann wünscht sich insgeheim diese EINE Frau, die ihn in seinem Innersten fühlt und versteht und ihn als ihren Helden wahrnimmt. Erst nachdem der Mann in der dritten Phase Interesse an der Frau als Person entwickelt hat, öffnet sich seine Seele für eine feste Bindung.

4. Seelische Verbundenheit / Wunsch nach einer Beziehung: In der vierten Phase ist der Mann schon längst in die Frau verliebt. Ein besonderes Signal verliebten Mannes ist die Art, wie er spricht. Er versucht, besonders souverän zu wirken, um Sicherheit zu vermitteln. Er wendet sich seiner Angebeteten offen zu, ohne die Arme zu verschränken. Der Mann erzählt seinen Freunden oder seiner Familie von der Frau und will sie immer häufiger zu gemeinsamen Treffen mitnehmen. Er möchte auch ihre Familie und Freunde kennenlernen. Es ist um ihn geschehen; denn er zeigt in dieser Phase, dass er es ernst mit ihr meint und eine feste Partnerschaft mit der potentiellen Partnerin eingehen will.

Der unerfahrene, schüchterne oder beziehungsscheue oder beziehungsgebrannte Mann, der sich in eine Frau verliebt hat und sich insgeheim eine Beziehung mit ihr wünscht, kann sich der Frau gegenüber abweisend verhalten. Erst, wenn er innere Sicherheit erfährt und die wieder Kontrolle über seine Gefühle erlangt, verhält er sich der Frau gegenüber wieder offen und interessiert.

Erst wenn der Mann auf allen der vier zuvor durchlebten Ebenen genügend Chemie erkennt, entsteht bei ihm nun eine ehrliche und tiefe Liebe. Wenn er in einer dieser Phasen steckenbleibt, wird sich keine Beziehung daraus entwickeln.

Wenn bei dem Mann nicht ALLE VIER Phasen der Anziehung durchlaufen wurden – nach meiner Theorie über hochsensibel-hochbegabte Männer mit ernsten Beziehungsabsichten ALLE DREI Phasen der Anziehung -, wird die Beziehung früher oder später vom Mann oder von der Frau beendet.

 
 

„Durch die Rosen gesagt: In der Blüte wohnt das Glück“

 
 

Verliebtsein bei Frauen

1. Geistige Anziehung: Das erste, das eine Frau einem Mann gegenüber empfindet, ist ein Interesse an seiner Person. Die Art und Weise, wie er auftritt, wie er über bestimmte Dinge redet oder schreibt. Sein Humor, sein Selbstvertrauen, seine Hilfsbereitschaft und sein beruflicher Erfolg. Irgendein Zug an seinem Charakter lässt ein Interesse in ihr aufflammen. Die Frau hat das Gefühl „mehr über ihn erfahren zu wollen“. Sie ist daher eine Weltmeisterin darin, ihn zu google-n, zu startpage-n, zu duckduckgo-en, zu qwant.com-en, zu facebook-en und die Welt auf den Kopf zu stellen und dies all´ ihren engen Freundinnen zu erzählen. 

2. Emotionale Anziehung: Wenn die Frau ihren „Mr. Right“ besser kennengelernt hat und er ihren Vorstellungen entspricht, beginnt sie sich emotional zu ihm hingezogen zu fühlen. Sie fühlt sich einfach wohl in seiner realen und/oder virtuellen Gegenwart. Sie würde am liebsten Tag und Nacht mit ihm verbringen. Die Schmetterlinge machen sich in ihrem Bauch breit. Die Frau versucht, die Bindung und das Gefühl der Zusammengehörigkeit zu einem Mann durch Reden / Kommunikation in der virtuellen Welt herzustellen. Manchmal erzählt sie ihm sogar wirres Zeug, weil sie sehr aufgeregt ist und sie einfach nur seine Nähe sucht. Sie achtet sehr auf ihr Äußeres und auf ihr Auftreten. In dieser Phase wird der Mann die Sonne in ihrem Lächeln und Lachen feststellen, denn ihre Freude und Begeisterung sind ins Unermessliche gestiegen.

3. Körperliche Anziehung: Nachdem sich die ersten Hochgefühle bei Ihr eingestellt haben, beginnt die Frau körperliches Interesse an ihm zu entwickeln.

4. Seelische Verbundenheit / Wunsch nach einer Beziehung: Nachdem Sie die ersten drei Phasen durchlaufen hat, öffnet sich ihr Herz für eine längerfristige Bindung. Er bekommt einen festen Platz in ihrem Herzen.

Wenn eine Frau in einer dieser Phasen „steckenbleibt“, wird daraus keine feste Beziehung. Wenn der Mann sich NICHT für die nächste Phase qualifiziert, wird er nicht ihr Partner werden. Im besten Fall entwickelt sich dann eine Freundschaft.

Der Grund, warum viele Beziehungen für viele Frauen so enttäuschend verlaufen, ergibt sich aus diesem Unterschied der Anziehungsphasen. Sie haben oft – irrtümlich – das Gefühl, ein Mann wäre schon längst bereit für eine Beziehung, während der Mann sich in Wahrheit erst in den frühen Phasen der Anziehung befindet.

Wenn bei der Frau nicht ALLE VIER Phasen der Anziehung durchlaufen wurden – nach meiner Theorie über hochsensibel-hochbegabte Frauen ALLE DREI Phasen der Anziehung -, wird die Beziehung früher oder später vom Mann oder von der Frau beendet.

 
 
 
margarita kareva

Bild/ Picture thanks to © Margarita Kareva (Russia) / Model: Katya Polubkova (Uzbekistan) 

 
 

„Dich zu erleben in meinem Herzen, ist ein Geschenk mit Gänsehautfeeling![11]

so sinnlich…, so berührend… und so schweigend.“

 
 
 

Teil 4: Liebe und Sehnsucht

 

Bei hochsensiblen Hochbegabten öffnet sich das Verliebtsein und die Liebe durch die Tür der Leidenschaft und der Geborgenheit. So sehr, dass z. B. die verliebte hochsensibel-hochbegabte Frau in ihrer großen kindlichen Freude und Aufgewirbeltsein wie eine peruanische Japanerin wirken kann. Hochsensibel-Hochbegabte sind fähig, zwei oder mehrere konträre Kulturen, Mentalitäten und Emotionen und Themen in sich zu vereinen und, diese in Einklang zu bringen. 

Meine Liebeserklärung an den Orient ist, dass ich einen farbenfrohen Teppich der Liebesdichtung geknüpft habe und alle Liebenden zum Verweilen einlade. Auf den bunten Mustern und Blüten der türkischen, persischen und arabischen Literatur-Teppich-Landschaft mit Wohnzimmerwolken lese ich Dichter und Denker wie Nâzım Hikmet…, Sohrab Sepehri…, Adonis…, Forough Farrochsad…, Sabahattin Ali…, Orhan Veli Kanık…, Cemal Süreya…, İlhan Berk…, Özdemir Asaf…, Gülten Akın…, Turgut Uyar…, Edip Cansever…, Attilâ İlhan…, Ataol Behramoğlu…, Murathan Mungan…, Cahit Sıtkı Tarancı…, Şükrü Erbaş…, Küçük İskender… und begegne ihre wunderschönen und Herz zerreißenden Gedichte oder Buchzitate über das Wunderwerk Liebe. „In wohl keiner anderen literarischen Region der Welt nimmt die Poesie gegenüber anderen Literaturformen einen so weiten Raum ein wie im Orient; und in kaum einer anderen Dichtung ist die Liebe so zentral und facettenreich vertreten wie in der orientalischen…“, schreibt die Musikerin und Islamwissenschaftlerin Claudia Ott in ihrem herausgegebenen Band „Gold auf Lapislazuli“ mit den 100 schönsten Liebesgedichten des Orients. Ich höre auf YouTube z. B. die wunderschönen Klänge von Omar Faruk Tekbilek – „I Love You“, oder die traumhafte Interpretation der bekannten türkischen Sängerin Nükret Duru „Ben Sana Vurgunum“ (1978, das S/W-YouTube-Video), und von Nükret Duru „Destina“. Und ich denke darüber nach, ob ich in meinem vorherigen Text Liebe: Die schönste Begabung der Welt“ wirklich alles über die Liebe geschrieben habe. 

 

Ach, wären doch unsere Gedanken still. Die wahre Liebe ist selten laut. 

 
 

„So wie stumme Kinder, die aber zu weinen wissen und

am Himmel die vorbeifliegenden Störche beobachten,

so still ist auch dein Herz.“[12]

 

Deutsche Übersetzung: © Çiğdem Gül

„Dilsiz, ama ağlamasını bilen çocukların,
Gökten geçen leyleklere bakması kadar
Sessizdir kalbin.“ © Ülkü Tamer

 
 

Liebe ist eine Entwicklung von Moment zu Moment.

Die aufrichtige Liebe ist für mich sehr heilig, denn sie hat Klasse und kann für sich alleine stehen. Sie ist frei von – vor allem materiellen und profitausgerichteten – Erwartungen.

Wenn die hochsensibel-hochbegabte Frau einen Mann liebt, dann liebt sie ihn so, als würde sie die Sonne lieben… von ganzem Herzen… von einem leidenschaftlichen und tiefen Gefühl erfüllt. Hoch sensibel, hoch emotional, hoch engagiert.

 
 

„Sakın silmeyin, silmeyin boşuna

Ölümsüz aşkların gözyaşlarını!

Silinmiş, ölgün gözlerle bakınca

Öylesine boş, anlamsızdır dünya.

Dokunmayın, ah! Silmeyin boşuna

Umutsuz aşkların gözyaşlarını!“[13]

 

Türkische Übersetzung: © Tüzün Gürson

„Trocknet nicht, trocknet nicht,
Tränen der ewigen Liebe!
Ach, nur dem halbgetrockneten Auge
Wie öde, wie tot die Welt ihm erscheint!
Trocknet nicht, trocknet nicht,
Tränen unglücklicher Liebe!“

Johann Wolfgang von Goethe

 
 
 
margarita kareva

Bild/ Picture thanks to © Margarita Kareva (Russia) / Model: Katya Polubkova (Uzbekistan) 

 

„Ich würde sterben, um dich träumen zu hören.“[14]

 
 
 

Teil 5: Partnerschaft

 

Wenn der Weg vom Ich zum Wir einmal geschafft ist, verfliegt irgendwann die Verliebtheit und gibt ihren Platz der Liebe, dem Vertrauen und dem Respekt, den Paare in einer Beziehung zueinander empfinden. Die dauerhafte Liebe und innere Verbindung eines Paares kommt dagegen oftmals durch den Alltag, das gemeinsame Lösen von Problemen, das Verfolgen gleicher Ziele etc. „Eine Beziehung ist [nämlich] nicht immer nur Hollywood, sondern immer auch harte Arbeit“, schreibt der niederländische Philosoph Jan Drost, der sich eingehend mit der Liebe und ihren verschiedenen Ausprägungen im 21. Jahrhundert beschäftigt. Daher möchte ich sagen, dass jede Beziehung, die wir mit jemandem eingehen, lebensinhaltlich eine Hausaufgabe ist, an der wir noch nicht gearbeitet haben.

Die Romantik ist mit hohe Intelligenz und Sensibilität sehr gut vereinbar. Ich kann mir keinen hochsensiblen Hochbegabten in einer Vernunft-Beziehung oder Vernunft-Ehe vorstellen. Dafür sind sie zu sinnlich und leidenschaftlich. Normal Sensible können sich von der Tiefgründigkeit Hochsensibler sehr angezogen fühlen.

„Ich weiß, dass ich nicht weiß“ ist der Grundsatz für Hochbegabte, daher sind viele Hochbegabte, aber auch hochsensible Hochbegabte demütig, unsicher, fragen, hinterfragen, zweifeln, verzweifeln – auch an sich selbst- . Dieser Umstand darf nicht unbedingt mit Minderwertigkeitskomplexe verwechselt werden.

Hochbegabte, Hochsensible und hochsensible Hochbegabte haben in Partnerschaften noch mehr als andere Menschen das Bedürfnis, angenommen und verstanden zu werden, weil sie in ihrer Biografie durch ihr Anderssein – beginnend in der eigenen Familie – bei Freundschaften, vorherigen Beziehungen und im gesellschaftlichen und beruflichen Leben oftmals negative Erfahrungen gemacht haben.

Beziehungen sind für hochsensible Hochbegabte besonders intensiv, weil sie mehrkanalig senden und empfangen. Das gilt vor allem für Liebesbeziehungen. Aufgrund ihres starken Einfühlungsvermögens und Intuition, hohen Intelligenz, vielfältigen Interessen, umfassenden Wahrnehmung, ihres Weitblicks und kreativen Lösungfindung sind hochsensible Hochbegabte einerseits wertvolle und bereichernde Lebenspartner; andererseits hat schon mancher Partner auch darüber beschwert, wie „anstrengend“ sie sein können. Das gilt vor allem für Beziehungen zwischen hochsensible Hochbegabte und durchschnittlich begabte Menschen. Aber auch die Beziehungen zwischen gleichgesinnten hochsensiblen Hochbegabten haben ihre Tücken. Besonderheiten und Herausforderungen beider Konstellationen sind deshalb Thema dieses Artikels.

 

Konstellation: Beide Partner sind hochsensibel und hochbegabt

– je nach Persönlichkeit, Grad der hochsensiblen und hochbegabten Seite, Temperament und Kulturzugehörigkeit

 

Besonderheiten

Falls die hochsensiblen Begabungen bei beiden Partnern „auf derselben Seite“ liegen und beide entweder identisch Inselbegabung oder identisch Vielbegabung aufweisen, Begabung also ähnlich verteilt sind, ist das vermutlich tatsächlich eine gute Voraussetzung für die ideale Beziehung. Hochsensible Hochbegabte sind sehr temperamentvolle, vielseitige und vor Freude sprudelnde Menschen. Einige von ihnen haben auch eine melancholische Seite. Im Privatleben neigen sie dennoch eher zu einem ruhigen Leben anstatt des ständigen „Bads in der Menge“ und ihrer oberflächlichen Effekte. Das bringt Ruhe in die Beziehung, von der beide Partner profitieren können und die zum persönlichen Wohlgefühl beiträgt. Was diese Beziehung auch positiv auszeichnet und sie besonders macht, ist die Erlebnistiefe und das große Vertrauen in das Gespür des Partners, das tiefe gegenseitige Verständnis und die Rücksichtnahme auf die Eigenheiten des Anderen. Vor allem jene, die aus der Hochsensibilität resultieren, wie die überwältigenden Bedürfnisse, sich zurückzuziehen und Zeit mit sich selbst zu verbringen oder größere Gruppen und Menschenansammlungen zu meiden. In der Beziehung genießen beide die gegenseitige Begeisterungsfähigkeit und die Vielfalt des Anderen. So ziehen sie die gemeinsame Freude an den kleinen Dingen des Alltags vor. Das Verhältnis der Beziehungspartner zueinander ist geprägt durch eine Kommunikation auf sehr hohem intellektuellen Niveau, tiefsinnigen Gesprächen und einem Mehr an emotionalen Austausch. Für die Beziehungspartner ist wenig gegenseitige Anpassung nötig, weil sie bei vielen Themen sehr ähnlich ticken und dadurch seltener Missverständnisse miteinander haben. Daher können sie gut gemeinsame Entscheidungen treffen, die für beide auf der Gefühls- und Handlungsebene im Einklang stehen. Ihre hohe Empathie und ihr hohes Einfühlungsvermögen sorgen für ein schnelles Erkennen von Stimmungen und Problemen in der Beziehung. Dies bietet die Chance, Unstimmigkeiten wahrzunehmen und zu besprechen, bevor sie eskalieren. Ihre hohe Kreativität – auch in der Lösungsfindung – lässt beide Beziehungspartner gegenseitig beflügeln.

Laut des Artikels „Why The Night Owl Is More Intelligent“[15] im Journal des „International Society for the Study of Individual Differences“[16] wird in der Historie die Menschen für sich (grob dargestellt) die Tage zum Arbeiten und die Nächte zum Schlafen definiert haben. Hochsensibel-Hochbegabte sind Nachtmenschen. Für sie beginnt die schönste Zeit des Tages, wenn alle schlafen. Hochsensibel-Hochbegabte fühlen sich in der Nacht wohler und entspannter als tagsüber. Viele von ihnen lieben die Nächte sogar mehr als die Tage. Die Nachtzeit ist die reizärmste, kreativste und nützlichste Tageszeit für sie. Sie verbringen die Nacht damit, sich ihren tiefen Themen, Projekten, Zielen und Gedanken zu widmen, kreativ Texte oder Gedichte zu schreiben, Lieder zu komponieren, in der Nacht „Tagträumen“, Musik hören und/oder mit dem geliebten Partner eine chillige Kommunikation zu führen.

 

Herausforderungen

Wenn zwei hochsensibel-Hochbegabte zusammen kommen, heißt das noch lange nicht, dass sie auch gleich ticken. In einigen Fällen können die Unterschiede sehr viel größer sein als zwischen zwei normalsensiblen Durchschnittsbegabten.

Da Stimmungen auf beiden Seiten sehr detailliert wahrgenommen werden, führt dies zwangsläufig dazu, dass die Partner sich gegenseitig permanent ein offenes Buch sind und deshalb der einzelne Partner sehr darauf achten muss, sich von schlechten Befindlichkeiten des anderen auch mal zu distanzieren. Damit hilft er/sie nicht nur sich selbst, sondern trägt auch dazu bei, dass der Partner solche Stimmungen besser verarbeitet.

Ein anderes Problemfeld ergibt sich durch die mangelnde Abgrenzung, die sich auch im Kontakt mit Nicht-HSP zeigt. Ihre ausgeprägte Empathie kann hier dazu führen, dass sich einer der Partner mit „herunterziehen“ lässt, wenn es dem anderen schlecht geht.

 
 

„Tarihin kirpiklerinde bin uykusuzluk

O bizde, aşk aşkta süzülür.“[17]

© Adonis / Ali Ahmed Said Eşber

 

„Tausend Schlaflosigkeit in den Wimpern der Geschichte
blickt uns schmachtend.
und die Liebe tropft in die Liebe.“

 

Deutsche Übersetzung: © Çiğdem Gül

 
 
Konstellation: Ein Partner ist hochsensibler Hochbegabte und der andere ist nicht-hochsensibler Hochbegabte

– je nach Persönlichkeit, Grad der hochsensiblen und hochbegabten Seite, Temperament und Kulturzugehörigkeit

 

Besonderheiten

Beide Partner erhalten in einer solchen Beziehung neue Impulse, neue Sichtweisen und die Möglichkeit, viel voneinander zu lernen. Unterschiedliche Wahrnehmungen können gemeinsam reflektiert und positiv integriert werden. Voraussetzung dafür ist beiderseitige liebevolle Akzeptanz, Toleranz und Wertschätzung der Unterschiede. Die nicht-hochsensibel-hochbegabte-Beziehungspartnerin kann von der Gefühls- und Wahrnehmungsweite sowie von der Gefühls- und Gedankentiefe seines Partners profitieren. Sie lernt im Zusammenleben mit ihm, mehr eigene Individualität zu leben. So weist der hochsensibel-hochbegabte-Beziehungspartner sie auf Details hin, die sie unter Umständen gar nicht wahrnimmt. Folglich lernt sie dadurch u. a., achtsamer und sensibler mit sich selbst umzugehen, was seine Bedürfnisse, Gefühle etc. angeht. Der hochsensible Hochbegabte beherrscht die gesamte Klaviatur der Gefühle.

Die nicht-hochsensibel-hochbegabte Beziehungspartnerin erlebt ihren hochsensibel-hochbegabten Partner so vielfältig, farbenfroh und reich wie von einem Früchtebaum beschenkt.

Die nicht-hochsensibel-hochbegabte Beziehungspartnerin zeigt ihrem introvertierten hochsensibel-hochbegabten Partner den Weg nach „außen“, während die durch ihn den Weg nach „innen“ findet.

Der hochsensible Hochbegabte bringt mit seiner hochsensiblen Seite viel Ruhe und mit seiner hochbegabten Seite viel Lebendigkeit ins Leben der Partnerin. Auch erkennt er z. B. anbahnende und drohende Gefahren oder Ärger viel früher und kann seine Partnerin deshalb rechtzeitig warnen und sie vor Enttäuschungen bewahren.

Hochsensible Hochbegabte sind sehr authentische und feinfühlige Menschen. Sie erkennen es sofort, wenn der/die Partner/in lügt.

 

Herausforderungen

„Das Gehirn hochsensibel-Hochbegabter ist fortlaufend damit beschäftigt, alles und jeden zu hinterfragen und Erklärungen und Lösungen zu finden. Das Meta-Ziel ist hierbei immer, den Sinn des Lebens zu finden und zu verstehen. Dieses kritische Hinterfragen führt nicht nur zu starken Selbstzweifeln und Zweifeln an der ganzen Welt und am Leben, sondern auch zeitweise zu großen Zweifeln am Partner. Sein Verhalten, seine Gewohnheiten, seine Art und die gesamte Beziehung werden ständig sorgfältig durch die Mangel gedreht und immer wieder aufs Neue überprüft. Mit dieser Eigenschaft, es einfach nie gut sein lassen zu können, könnte ein hochsensibel-Hochbegabter seine Partnerin leicht verletzen und dazu bringen, dass sie die Geduld verliert.“[18]

Ich will nicht auf das Gänseblümchen treten, aber der hochsensible Hochbegabte erlebt partnerschaftliche Beziehungen anders als nicht-hochsensible Hochbegabte. Dies kann zu Missverständnissen, Überforderung, Konflikten und Enttäuschungen führen. Es kann sogar passieren, dass der durchschnittlich begabte Partner über seine hochsensibel- hochbegabte Partnerin denkt: „Aus welchem Jahrhundert kommst du? Du hast Ansichten und Einstellungen, die existieren in der Gegenwart nicht.“

Für den nicht-hochsensiblen Hochbegabten ist das Mehr an Tiefe, besonderem Gedankenstil, Vielfalt, Interessen, Vorlieben, Verhaltensweisen und Perspektiven seiner Partnerin zwar ein großes Plus, aber wiederum sie ist für ihren Partner auf diesen Gebieten ein Minus. Deine hochsensibel- hochbegabte Partnerin wird sich nämlich schnell von ihm langweilen.

Der nicht- hochsensibel-hochbegabte Partner deutet oftmals das Verhalten seiner hochsensibel-hochbegabten Partnerin falsch. Weil ihm ein Verständnis der Hochsensibilität und Hochbegabung fehlt, erkennt er die vertiefte und detailreiche Wahrnehmung nicht, sondern erlebt die Partnerin lediglich als empfindlich oder gar neurotisch.

Hochsensible Hochbegabte brauchen in regelmäßigen Abständen ihren Rückzug, damit sie alle Eindrücke, die ungefiltert auf sie prallen, in Ruhe verarbeiten und reflektieren können.

Die hochsensible Seite zu haben, kann für den hochsensiblen Hochbegabten bedeuten, dass er eine melancholische Persönlichkeit besitzt, der an der Unvollkommenheit der Welt und stets an seiner unstillbaren Sehnsucht leidet. Die hochbegabte Seite zu haben, bedeutet für den hochsensiblen Hochbegabten, dass er überdurchschnittlich kritisch mit sich selbst, mit den eigenen Gefühlen und Gedanken und mit dem Umfeld hat. Beide Seiten zusammen ergeben für den hochsensible Hochbegabte, dass Glücklichsein für sie zweitweise doppelt schwer ist.

 

Eine funktionierende Beziehung muss sich in einem gesunden Gleichgewicht befinden, die Partner müssen auf Augenhöhe miteinander kommunizieren können, damit sich beide miteinander wohlfühlen. Das ist auch zwischen sehr unterschiedlichen Partnern möglich, erfordert allerdings auch nicht in erster Linie einen hohen IQ, sondern vor allem einen hohen Grad an emotionaler Intelligenz.

Hochsensible Hochbegabte entwickeln sich ein Leben lang mit Lernen weiter. Wer das nicht versteht, sieht darin fälschlicherweise Sprunghaftigkeit, denn stete Entwicklung beinhaltet immer wieder Veränderung.

 
 

„… wenn du wirklich präsent bist

kannst du die Präsenz der anderen wahrnehmen

– den Vollmond, den Morgenstern, die Magnolienblüte

oder den Menschen, den du liebst.“[19]

 
 
 
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Bild/ Picture thanks to © Oscar Picazo / Model Yesenia Osuna-Sargsyan (Las Vegas/USA)

 
 

Abschließende Wunderblüte: Eine Blume der Hoffnung?

 

Maximale Freiheit und maximale Optimierung führen nicht zu maximalem Glück. Wer seine Beziehung nach dem Baukastenprinzip konstruiert, bekommt nur das, was er will – aber nicht unbedingt das, was er braucht. Jeder, der ein eigenes und zufriedenes Leben hat und eine Liebe beziehungsweise Beziehung als „i-Tüpfelchen“ erlebt, wird die Liebe lange konservieren und lebendig halten können. Jeder, der eine Beziehung als notwendigen Überlebensmechanismus betrachtet, um dem Leben einen Sinn zu geben, wird eher in der psychischer und emotionaler Abhängigkeit landen und nicht bei der Liebe. Oder in diesem ungesunden Kreislauf immer wieder eine neue Liebe suchen und finden.

Für lebbare partnerschaftliche Beziehung ist die Voraussetzung, mit sich selbst einverstanden zu sein und mit sich selbst leben zu können. Meinen inneren Blick richte ich daher auf mein Gegenüber nicht aus Bedürftigkeit, sondern aus der Freiheit des Momentes heraus, um ihn zu begegnen. Sind meine Empfindungen ehrlich? Dann habe ich eher die Chance auf eine gute Beziehung. Die philosophische Tiefe des folgenden Zitates von Karl Valentin bringt es sehr gut zum Ausdruck. „Ich freue mich, wenn es regnet; wenn ich mich nicht freue, regnet es auch!“ Jedes Wetter muss man nicht schön finden, aber jedes Wetter schön sehen. So sollte man die zumutbaren Macken des besonderen DUs liebevoll akzeptieren und schön sehen. Versuche Deinen besonderen DU in der Liebe und Partnerschaft nicht zu verändern. Ernst Ferstl schrieb hierzu: „Wir lernen einen anderen Menschen erst anders kennen, wenn wir ihm die Möglichkeit geben, anders sein zu dürfen.“

 
 

Çiğdem Gül: „Es geht in erster Linie nicht darum, in jemanden verliebt zu sein, es geht darum, selbst Liebe zu sein. Die Erde, aus dem das Leben, die Seele und die Liebe erwachsen, gehört dem Herzen. Alles, was wirklich schön, wertvoll und bedeutungsvoll ist, kommt aus dem Herzen.

 

Das Höchste, was uns in der emotionalen Liebe geschehen und gelingen kann, ist, dass wir in der Liebe so sehr in unsere eigene Größe kommen, dass wir diese Liebe weitergeben können, auch an diejenigen, die gar nicht einbezogen sind in der Beziehung. Wenn alle Bedürfnisse in dieser Art des Ergebnisses der Liebe zugleich erfüllt sind, dann gibt es keinen Mangel mehr. Dann ist alles nur Liebe.

 

Ich habe die Hoffnung, dass Liebe die stärkste Macht ist.“

 
 

Das Leben ist

wirklich vergänglich.

„Ich möchte wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um Deiner Liebe willen, um Deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins“, schrieb meine langjährige Bekannte Oriah House, eine Bestseller-Autorin mit dem Pseudonym Oriah Mountain Dreamer in Kanada in ihrem wundervollen Text „The Invitation“. Und sie hat recht. Gestehe deinem besonderen DU, wenn Du in ihm verliebt bist oder für ihn sehr viel empfindest, Deine Liebe. „Um einen guten Liebesbrief zu schreiben, musst Du anfangen, ohne zu wissen, was du sagen willst, und endigen, ohne zu wissen, was Du gesagt hast“, schrieb der Genfer Schriftsteller und Philosoph Jean-Jacques Rousseau. Trage anschließend die Verantwortung für Dich, falls Deine Gefühle von Deinem besonderen DU nicht erwidert werden sollten.

Wir werden im endlichen Leben der geliebten Menschen zeitlich nicht unendlich bleiben können, weil unser Leben vergänglich ist, weil die Liebe ständigen Wandlungen und Belastungen innerlich und äußerlich ausgesetzt ist, oder weil wir den Wert der Liebe und/oder den unseres Partners nicht geschätzt haben oder, weil unsere Beziehungsverstrickungen zu kompliziert waren. Alles, was wir in der Zukunftsvergangenheit beim Anderen nach gelungener Liebe, aber gescheiterten Beziehung als Spiegelung positiv zurückbleiben, ist, im Herzen des Anderen als eine in Achtsamkeit und Dankbarkeit gepflegte Erinnerung zu sein und als ein bleibender emotionaler Bestand im Herzen des Anderen. Daher sollten wir die Verantwortung für unseren Part tragen, dass niemand unglücklich von uns geht.

Wenn in der Liebe und Partnerschaft zwei Personen nicht zusammenpassen oder Liebeskummer im Spiel ist, dann gilt es, ihn loszulassen. Damit meine ich nicht, das Gefühl loszulassen, sondern die Verstricktheit und die Wichtigkeit zu der bestimmten Person. Nach Loslassen sollte ich mir sagen: „Wenn´s geschieht ist es mir recht, wenn´s nicht geschieht, ist es mir auch recht.“

Jeder definiert Glück, Glücklichsein und Zufriedenheit anders. In der Lässigkeit der Eleganz ist Glück eine Frage der Haltung, daher führen viele Wege zum Glück. Demut und Dankbarkeit sind eine davon.

 
 

In meinem Herzen ist die folgende Widmung an Dich eine Antwort auf viele Fragen, was sich mir als Antwort gegeben hat. Und in meinem Herzen könnte es sein, dass meine Widmung auch für Dich zu spüren sind.

 
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Ich danke Dir von Herzen, dass es Dich in meinem Leben so lebendig gibt.

Ein wunderbarer Herzschlag zwischen uns.[20]

 

© Çiğdem Gül

 
 
 
 
 
 
 
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Bild/ Picture thanks to © Oscar Picazo (Las Vegas/USA)

 
 

Alle Aphorismen und Zitate, die nicht mit Fußnote versehen sind, sind mein eigenes geistiges Eigentum.

Sie sind urheberrechtlich geschützt. © Çiğdem Gül – 01. August 2019

 
 
 

Fußnoten

 

[1] Eric Hegmann: Siehe http://www.freundin.de/liebe-verlieben-nie-gesehen

[2] Pablo Neruda: eigentlich Ricardo Eliécer Neftalí Reyes Basoalto (* 12. Juli 1904 in Parral; † 23. September 1973 in Santiago de Chile) war Literatur-Nobelpreisträger und einer der größten Dichter und Schriftsteller in Lateinamerika. Das Zitat stammt von Neruda.

[3] Rupi Kaur: Erfolgsautorin und Illustratorin zweier Gedichtssammlungen in den USA. Erster Gedichtsband „Milk and Honey“ im Jahr 2014 ist eine weltweit gefeierte Sammlung, die ein Jahr lang auf der Bestseller-Liste in New York Times stand. Gedichtsband „The sun and her flowers“ (= Die Blüten der Sonne) erschien im Jahr 2017.

[4] Nedim Gürsel: (* 1951 in Gaziantep/Türkei) ist ein türkischstämmiger französischer Schriftsteller in Frankreich. Laut dem internationalen Literaturfestival Berlin zählt Gürsel zusammen mit Orhan Pamuk und Yaşar Kemal zu den renommiertesten türkischen Autoren. Nachdem er 1970 das Elitegymnasium Galatasaray in Istanbul absolviert hatte, machte er seinen Universitätsabschluss in Paris an der Sorbonne, wo er moderne französische Literatur studierte und mit einer Arbeit über Louis Aragon und Nazim Hikmet promovierte. Er unterrichtet heute dort türkische Literatur. Seine Bücher wurden bisher in 12 Sprachen übersetzt, darunter auch Deutsch.

Das Zitat stammt aus seinem Artikel „Wein, Rose, Nachtigall“ in Europas Kultur Zeitung „Lettre International“, Ausgabe Winter 2018, Seite 48.

[5] Pablo Neruda: eigentlich Ricardo Eliécer Neftalí Reyes Basoalto (* 12. Juli 1904 in Parral; † 23. September 1973 in Santiago de Chile) war Literatur-Nobelpreisträger und einer der größten Dichter und Schriftsteller, die Lateinamerika je hervorgebracht hat. Pablo Neruda setzte sich zu Lebzeiten vor allem gegen den Faschismus in seinem Heimatland und in Spanien ein. Er war ein sehr guter Freund von Nazim Hikmet gewesen, dem Begründer der modernen türkischen Lyrik und als einer der bedeutendsten Dichter der türkischen Literatur.

[6] Hüseyin Şahin: Das Zitat ist ein Auszug aus dem Gedicht meines langjährigen Bekannten. Der kurdischstämmige türkische Dichter Hüseyin Şahin lebt und arbeitet in Amsterdam.

[7] Eric Hegmann: Siehe http://www.freundin.de/liebe-verlieben-nie-gesehen

[8] John Gray: US-Paartherapeut. Siehe sein Buch: „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“

[9] Çiğdem Gül: Gründerin des Interkulturellen Netzwerkes für Hochbegabte, Diplom-Ökonomin, Interkultureller Coach für Hochbegabte, Business Coach, Change Management Consultant, Online Marketing Managerin und freie Journalistin.

[10] Çiğdem Gül: Das Zitat stammt von mir in Anlehnung an dem Zitat „Meine Augen bedecken Dich mit einem warmen REGEN von Blicken“ von Octavio Paz, dem mexikanischen Literaturnobelpreisträger.

[11] Dr. phil. Sathya Bernhard: Das Zitat stammt von unserer Sathya. Sie ist Teammitglied unseres Interkulturellen Netzwerkes für Hochbegabte. Studien der Musikwissenschaften, Medizin, Zahnmedizin, Philosophie. Studium der mongolisch-tibetisch-buddhistische Psychologie, TCM, interkulturelle Religionswissenschaften. Opern- und Konzertsängerin dramatischer Koloratursopran, Seminarleiterin und Referenten im universitären Bereich, Autorin und Stimmklangschalencoach.

[12] Ülkü Tamer: Das Zitat ist ein Auzug aus dem Gedicht „Bir Soyguncunun Yüzü“ des türkischen Dichters. Deutsche Übersetzung: Çiğdem Gül

[13] Johann Wolfgang von Goethe:Das Zitat stammt dem Gedicht von weltbekannten Dichhter und Naturforscher Goethe. Er gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung. Die türkische Übersetzung des Zitats: Tüzün Gürson

[14] Vitorino Salomé:Das Zitat ist ein von mir übersetzter Auszug aus dem portugiesischen Songtext “Poemo” (= Gedicht). Diesen Song hatte ich vor einigen Jahren bei einem Live-Konzert des portugiesischen Sängers und Songwriters Vitorino Salome live gehört. Wunderschön. Seine Musik verbindet die traditionelle Musik seiner Heimatregion Alentejo mit einem urbanen Volkslied.

[15] Um den Artikel „Why The Night Owl Is More Intelligent“ zu lesen, bitte diesen Link anklicken und die pdf-Datei öffnen: https://personal.lse.ac.uk/kanazawa/pdfs/paid2009.pdf

[16] Um die Homepage des Journals „International Society for the Study of Individual Differences“ zu lesen, bitte diesen Link anklicken: https://issidorg.com/

[17] Adonis / Ali Ahmad Said Eşber: ist ein syrisch-libanesischer Lyriker und Intellektueller. Adonis, geboren 1930 in Syrien als Ali Ahmad Said Esber, ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Dichter der arabischen Welt und gilt als Mittler zwischen den Kulturen. Er lebt inzwischen in Paris.

[18] Franziska Dittrich: Zitat aus ihrem Text über die Liebe (bei Hochbegabten). Ich habe die Bezeichnungen „Hochbegabter“ mit „hochsensibel-Hochbegabter“ ersetzt.

[19] InterSein: Zeitschrift für achtsames Leben in der Dhyâna-Tradition von Thích Nhất Hạnh, Seite 4)

[20] Çiğdem Gül: Meine Widmung an Dich stammt in Anlehnung an dem Zitat und der an mich gerichteten persönlichen Widmung meines Vorbilds und meiner Freundin Dr. phil. Sathya Bernhard in Wien/Österreich. Auf meinen Wunsch hin hat mir Sathya erlaubt, diese Widmung Dir zu schenken. Von Herzen MERCI, meine liebe Sathya!

 
 
 

Siehe zum Thema Liebe folgende Textreihe von Çiğdem Gül

 

– Hochbegabung und Liebe: Die schönste Begabung der Welt

– Teil 1: Wenn dem ICH das DU fehlt

– Teil 2: Das verletzte Zuhause-Ich

– Teil 3: Von dir aus gesehen bin ich du

– Teil 4: Partnersuche und Partnerwahl bei Hochbegabten

– Teil 5: Verliebtsein, Sinnlichkeit in der Liebe, Blütezeit und Partnerschaft bei hochsensiblen Hochbegabten